REGENCY ROSES (3) DER LORD OHNE LÄCHELN

Regency Roses 3
Der Lord ohne Lächeln

Erhältlich ab als Taschenbuch (366 Seiten) und als E-Book (kindle) bei Amazon

Der ›Lord ohne Lächeln‹ ist niemand, der leicht vergibt – vor allem nicht der Frau, die einst seine Liebe verriet.

London 1813
Bei ihrem Debüt in London verliebt Cleopatra Rowley sich in den bürgerlichen Kaufmann Elias Caine. Doch Familienpflicht und Unsicherheit lassen die Tochter eines Baronets einen folgenschweren Fehler begehen. Ein Jahr später erhält Cleopatra die Chance, ihren Irrtum von einst wieder gut zu machen. Aber der Mann ihres Herzens scheint in jeder Hinsicht ein anderer geworden zu sein.
Inzwischen zum Earl of Sheringham ernannt, wird Elias als skandalumwitterter ›Lord ohne Lächeln‹ von der feinen Londoner Gesellschaft als skrupelloser Geschäftsmann gefürchtet und als Emporkömmling verachtet. Als er durch eine Intrige alles zu verlieren droht, ist ausgerechnet Cleopatra sein einziger Ausweg. Doch der hübschen Lady zu vertrauen, hat sich schon einmal als falsche Entscheidung erwiesen – zumal sie sein dunkelstes Geheimnis noch gar nicht kennt …

Hinweis: Der Roman enthält keine erotischen Szenen. Die Handlung ist in sich abgeschlossen. Die Kenntnis der Vorgängerbände ist für das Verständnis der Geschichte nicht notwendig, erhöht aber das Lesevergnügen!
Die Reihe ›Regency Roses‹ wird fortgesetzt.

Reihenfolge ›Regency Roses‹
Band 1 – Eine Lady in Not (William & Emma)
Band 2 – Eine Lady unter Verdacht (Sebastian & Juliana)
Band 3 – Der Lord ohne Lächeln (Elias & Cleopatra)

Zum E-Book und Taschenbuch bei Amazon:
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Leseprobe

Beherzt zog Cleo die Tür weiter auf und entdeckte in dem kleinen, hellgrün tapezierten Zimmer auch einen Tisch mit Wasserkaraffen, Schüsseln, Seife und Handtüchern. An einer Seite des quadratischen Raumes führte eine halbgeöffnete Tür in ein weiteres Zimmer. Erleichtert, das Damen-Boudoir gefunden zu haben, trat Cleo über die Schwelle.
»An Ihrer Stelle würde ich diesen Raum nicht betreten«, erklang eine Männerstimme hinter ihr.
Cleo fuhr herum. Im Gang stand ein ihr unbekannter Gentleman und musterte sie mit zusammengezogenen Brauen. Durch die Teppiche am Boden hatte sie ihn nicht kommen hören!
»Warum nicht?«, stotterte sie. »Das ist doch das Damen-Boudoir.« Um die Richtigkeit ihrer Worte zu beweisen, zeigte sie auf den Spiegel und die Waschschüsseln.
Der Mann, er mochte Mitte zwanzig sein, schüttelte den Kopf. »Dies hier ist ein Rückzugsort für Herren.«
Cleos Verwirrung überwog sogar ihre Schüchternheit. »Aber das Billardzimmer liegt neben dem Damensalon!« Sie wusste sicher, dass sie auf dem Weg hierher daran vorbeigelaufen war.
»Richtig. Dieser Raum jedoch, oder besser gesagt das Zimmer, zu dem er führt, dient geschäftlichen Gesprächen. Wasser und Seife stehen hier im Vorraum zum Abwaschen von Tinte an den Händen bereit, falls Verträge geschrieben werden. Ich will jedoch nicht ausschließen, dass zu späterer Stunde auch Damen anwesend sein werden – womit ich allerdings nicht die weiblichen Gäste des Balls meine.«
Cleo schoss das Blut in die Wangen. Wenn diese Aussage stimmte, war das der letzte Ort, an dem eine Debütantin sich aufhalten durfte! Schnell trat sie zu dem fremden Gentleman in den Gang zurück.
»Und wo befindet sich das Damen-Boudoir?«, fragte sie, immer noch entsetzt über ihren Irrtum. »Ich suche es nämlich.«
»Das weiß ich nicht.« Die Miene des Fremden war weiterhin ernst, jedoch nicht mehr so grimmig wie zu Beginn. »Wenn Sie aber nur eine gewisse Örtlichkeit suchen, kann ich Ihnen behilflich sein. Die Gastgeber haben vor ein paar Monaten eines dieser modernen Bramah-Wasserklosetts einbauen lassen und ich durfte es bei meinem letzten Besuch in diesem Haus besichtigen.«
O nein! Cleos Wangen brannten jetzt wie Feuer. Durch ihre missverständliche Ausdrucksweise glaubte der Fremde, sie verspüre ein dringendes Bedürfnis! Wie peinlich!
»Ich benötige kein Wasserklosett«, stellte sie richtig. »Ich muss meine glänzende Nase pudern, weil meine Mutter meint, dass mich sonst niemand mehr anschauen mag.« Kaum hatte sie ausgesprochen, schlug Cleo sich die Hand vor den Mund.
Was war über sie gekommen? So etwas äußerte man nicht vor einem Herrn! Was dachte er jetzt bloß von ihr? Anstatt weiter kopflos zu plappern, sollte sie besser damenhaft schweigen.
Statt sie ob ihrer ungeschickten Äußerung zu belächeln, legte der Unbekannte den Kopf schräg und betrachtete Cleo im Schein des Wandleuchters.
»Ihre Nase glänzt tatsächlich«, stellte er nach eingehender Musterung fest und Cleo wäre vor Scham am liebsten im Boden versunken. »Im Gegensatz zu der Einschätzung Ihrer Mutter hält mich dies jedoch nicht davon ab, Sie anschauen zu wollen. Sie sind auch ohne perfekte Schminke eine hübsch anzusehende Dame. Noch dazu besitzen Sie ein angenehm natürliches Wesen.«
Was sollte sie darauf erwidern? Sich eine solche Bemerkung verbitten oder sie als Kompliment werten und sich bedanken? Diese Situation überforderte Cleo heillos. Sie wusste, warum sie sonst so zurückhaltend war.
Ihre Bestürzung schien ihrem Gegenüber nicht zu entgehen. »Ich wollte Sie mit der Offenheit meiner Worte nicht in Verlegenheit bringen. Ich habe lediglich den Grundsatz, nie zu lügen.«
Diese im Brustton der Überzeugung geäußerte Behauptung brachte Cleo vollends aus dem Konzept. »Sie sagen niemals die Unwahrheit?«, platzte sie heraus.
»So ist es.«
»Auch keine winzige Notlüge?«
»Nein.«
Das nahm sie ihm nicht ab! »Aber manchmal kommt man doch nicht umhin, ein wenig zu schwindeln. Zum Beispiel, weil man jemanden nicht verletzen will.«
»Glauben Sie, es verletzt die andere Person nicht, wenn Sie sie anlügen?«, fragte er herausfordernd.
Cleo überlegte kurz. »Nicht so sehr wie die Wahrheit, würde ich sagen.«
»Dann würden Sie also Ihrer besten Freundin vorgaukeln, dass deren selbstbesticktes Schaltuch hübsch ist, obwohl das Muster vor Fehlern strotzt?«
»Das würde ich. Was würden Sie ihr an meiner Stelle sagen?«
»Dass das Stickmuster mangelhaft umgesetzt ist, ich aber ihr Durchhaltevermögen bewundere. Und dass Sie bitte nie auf die Idee kommen soll, mir ein solches Schaltuch als Geschenk zu machen.«
Cleo riss die Augen auf. Bis sie begriff, dass er die letzten Worte in übertrieben ernstem Tonfall geäußert hatte und diese somit scherzhaft gemeint haben musste. Cleo lächelte. Sie mochte Ironie.
Er schien erfreut, dass sie seinen Scherz erkannt hatte. Zumindest nahm Cleo das an, denn seine Mundwinkel zuckten leicht – was ihn gleich noch sympathischer machte.
»Den zweiten Satz würde ich natürlich nicht laut sagen«, bestätigte er. »Ein Leben ohne Lügen bedeutet, im richtigen Moment schweigen zu können.«
Mit Mühe unterdrückte Cleo ein Lachen. Die trockene Art dieses Mannes gefiel ihr! Überhaupt mochte sie die Wendung, die das Gespräch genommen hatte.
Ihr Gegenüber neigte den Kopf.»Darf ich mich Ihnen vorstellen? Mein Name ist Elias Caine.«